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EEG-Aufschlag

Details über die Förderung von Ökostrom

Ein Energiemanager steht vor Solarpanelen und schaut in die Ferne.

Aktueller Stand und Entwicklung der EEG-Umlage

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Seit Inkrafttreten im Jahr 2000 dient es der Bundesregierung als Regelwerk, um die CO2-Emissionen zu reduzieren, unabhängiger von konventionellen Energieträgern zu werden und die Ausgaben für Technologien zum Ausbau erneuerbarer Energien zu steuern. Ziel ist es, bis zum Jahr 2035 mehr als die Hälfte des deutschen Strombedarfs mit erneuerbaren Energien abzudecken.

Stromverbraucher zahlen EEG-Umlage

Netzbetreiber sind laut EEG für die Dauer von 20 Jahren ab Inbetriebnahme der EEG-Erzeugungsanlage verpflichtet, den regenerativ erzeugten Strom aufzunehmen und zu einem gesetzlich festgesetzten Preis zu vergüten (Einspeisevergütung) bzw. eine Prämie für Strom, der vom Erzeuger selbst im Rahmen der Direktvermarktung vermarktet wurde, zu zahlen (Marktprämie). Beim Verkauf des erneuerbaren Stroms an der Strombörse erhalten die Netzbetreiber nicht den Preis, den sie zuvor dem Stromerzeuger gezahlt haben. Deshalb wird die Differenz zwischen Börsenpreis und Abnahmepreis sowie die Ausgaben für die Marktprämie bei Direktvermarktungen über die EEG-Förderung ausgeglichen. Diese Förderkosten werden dann über die EEG-Umlage auf die Verbraucher umgelegt.

Wechselspiel von Angebot und Nachfrage 

Als Teil des Strompreises wird die EEG-Umlage von allen Stromverbrauchern gezahlt, sofern sie nicht durch Sonderregelungen ganz oder teilweise davon befreit sind. Das können zum Beispiel Unternehmen sein, die einen hohen Stromverbrauch sowie einen hohen Stromkostenanteil aufweisen und in starkem internationalen Wettbewerb stehen. Die Höhe der EEG-Umlage wird jedes Jahr im Oktober durch die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) anhand einer Prognose ihrer Ausgaben und voraussichtlichen Einnahmen festgelegt.

Für das Jahr 2020 beträgt die EEG-Umlage 6,756 Cent/kWh (Cent je Kilowattstunde). Sie basiert auf den prognostizierten Kosten bzw. Einnahmen für folgende Positionen:

Solare Strahlungsenergie (Photovoltaik)2,530 Cent/kWh
Biomasse1,614 Cent/kWh
Wind Onshore1,360 Cent/kWh
Wind Offshore 1,232 Cent/kWh
sonstige erneuerbare Energien0,080 Cent/kWh
sonstige Erlöse-0,018 Cent/kWh
Liquiditätsreserve0,549 Cent/kWh
EEG-Kontostand-0,618 Cent/kWh

Nachdem die Umlage in 2018 (6,792 Cent/kWh) und 2019 (6,405 Cent/kWh) zweimal in Folge rückläufig war, steigt sie für die Stromlieferung in 2020 gegenüber 2019 um 0,351 Cent/kWh bzw. rd. 5,5 Prozent an.

Gründe für die Erhöhung der EEG-Umlage in 2020 ist eine erwartete Zunahme der Stromerzeugung aus regenerativen Anlagen um etwa 8,6 Terawattstunden (TWh) auf etwa 226 TWh und der aktuell vergleichsweise niedrige Stand des EEG-Kontos mit rd. 2,19 Mrd. € (maßgeblicher Stichtag: 30.09.2019). Im Vorjahr waren es noch rd. 3,65 Mrd.€ zum gleichen Zeitpunkt, so dass der Umlagen senkende Einfluss des EEG-Kontostandes für die Umlage in 2020 mit 0,618 Cent/kWh deutlich niedriger ist als noch im Vorjahr, wo er über 1 Cent/kWh betrug.

Politisches Ziel: Begrenzung der Förderkosten

Aktuell deckt Ökostrom gut ein Drittel des Stromverbrauchs in Deutschland. Mit der Novelle EEG 2017 wurde die Förderung für Anlagen ab einer gewissen Anlagengröße über Ausschreibungen geregelt. Wer also eine Anlage zur Erzeugung von Ökostrom baut, gibt ein Angebot ab. Darin steht, zu welcher Förderungssumme der Bieter die Erzeugungsanlage bauen kann. Damit sollen die Förderkosten für den Ausbau erneuerbarer Energien gesenkt werden.

Zudem sieht das EEG 2017 definierte Ausschreibungsmengen für Anlagen zur Stromerzeugung aus regenerativen Quellen vor. Damit soll gewährleistet werden, dass der Grünstrom im deutschen Strom-Mix gemäß der Vorgabe im EEG steigt. Zudem soll sichergestellt werden, dass der Netzausbau mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien Schritt hält. Denn an sehr windigen und sonnigen Tagen kommt es vor, dass das Netz überlastet ist und Ökostrom-Erzeugungsanlagen abgeschaltet werden müssen.

Im Rahmen des am 09.10.2019 verabschiedeten Klimaschutzpaketes der Bundesregierung sollen die Erlöse aus einer noch einzuführenden CO2-Bepreisung für die Sektoren Verkehr und Wärme zum Teil dazu verwendet werden, die EEG-Umlage zu reduzieren. In 2021 soll die EEG-Umlage damit um 0,25 Cent/kWh gesenkt werden. In den Folgejahren soll die EEG-Umlage - entsprechend der Mehreinnahmen durch die CO2-Bepreisung - schrittweise abschmelzen. Die gesetzlichen Regelungen hierzu müssen allerdings bis zur Festlegung der EEG-Umlage 2021 am 15.10.2020 noch geschaffen werden.

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