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Munib Amin: Südkorea „in a nutshell“

Vom 02.11.2016 bis zum 04.11.2016 fand in Gwangju in Südkorea die BIXPO 2016 statt.

Die BIXPO ist eine Konferenz zu Energietechnologien, die vom staatlichen Energieversorger KEPCO in Gwangju (ca. 300 km südlich von Seoul) ausgerichtet wird, um diese Region als Energy Valley, also als Standort für Energietechnologien zu etablieren. Dieses Jahr nahmen ca. 60.000 Besucher teil, davon etwa 1.000 aus dem Ausland.

Ich war von KEPCO und dem US-amerikanischen Verband EPRI eingeladen worden, einen Vortrag zum Thema „Energieszenarien 2030/2050“ zu halten.
Die Konferenz war vor allem wegen der zahlreichen Diskussionen lohnenswert, die am Rande stattfanden. Die Koreaner interessieren sich sehr für die Entwicklungen in Deutschland, teilen aber auch gerne ihre eigenen Ideen und Erfahrungen mit.

Im Austausch mit den Energieversorgern aus anderen Ländern wird klar:

Die meisten Energieversorger spüren einen Strukturwandel noch nicht so stark wie wir. In den meisten diskutierten Themen zum Wandel der Branche ist innogy an vorderster Front tätig.

Mehr Details/Insights zur Energieversorgung in Südkorea:

Südkorea hat ca. 50 Millionen Einwohner, knapp die Hälfte davon lebt in Seoul und Umgebung. Das Stromnetz ist nicht mit dem Rest der Welt verbunden und praktisch alle Energieträger müssen per Schiff ins Land gebracht werden. Nutzbare Flächen sind sehr begrenzt, etwa 70 % Südkoreas sind gebirgig. Das Land hat sich eigene CO2-Ziele gesetzt (37% Reduktion bis 2030 ggü. „business-as-usual“), baut Kernenergie weiter aus, hat kaum Onshore-Wind-Potential, aber teilweise günstige Küstenabschnitte für Offshore-Wind. Der Endkunden-Strompreis beträgt ca. 7 Dollarcent/kWh, was die Vollkosten der Versorgung nur zu ca. 50% deckt.

Allgemein besteht in Südkorea großes Interesse an dezentralen Energielösungen, Energiespeichern und Hochspannungsgleichstromleitungen (bis hin zu Plänen, das chinesische Festland anzubinden und möglicherweise auch Japan). KEPCO arbeitet am Strukturwandel der Branche und ist offen für Kooperationen mit Externen.

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