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Methanol als Energiequelle

„greenfuel“ ist Leuchtturmprojekt der Grünen Hauptstadt

In Essen nimmt das Projekt „greenfuel“ konkrete Züge an: Mitarbeiter aus Forschung & Entwicklung bei innogy demonstrieren in dem Pilotprojekt erstmals die vollständige Wertschöpfungskette eines erneuerbaren flüssigen Energieträgers auf der Basis von Methanol. Der ist eine vielversprechende Option, um die langfristigen CO2-Reduktionsziele im nur sehr schwer elektrifizierbaren Langstreckenverkehr (mit PKW, Flugzeug, Schiff, LKW) zu erfüllen. Das Methanol bietet auch weitere interessante Anwendungsmöglichkeiten, zum Beispiel bei dezentralen Energielösungen. Sehen Sie sich hier das Erklärvideo an:

In Essen als Grüner Hauptstadt Europas 2017 soll diese Wertschöpfungskette sozusagen im Kleinen realisiert werden. Das grüne Methanol wird hierzu direkt am Baldeneysee mit Hilfe eines neuartigen Verfahrens erzeugt – einem sogenannten elektrobiokatalytischen Prozess. Es benötigt dafür lediglich aus der Luft gefiltertes CO2, Wasser und erneuerbaren Strom aus dem benachbarten innogy-Wasserkraftwerk. Die kompakte Anlage soll in einen Besucherpavillon integriert werden, um das Verfahren der Öffentlichkeit zu zeigen.

Der große Vorteil des Methanols liegt neben der hohen Energiespeicherdichte auch in der relativ problemlosen Handhabung, die dem von Benzin oder Diesel ähnlich ist und zudem mit nur leichten Anpassungen die Weiterverwendung bestehender Infrastruktur erlaubt.

Das Methanol soll dann in zwei unterschiedlichen Verkehrsmitteln getestet werden. So soll ab dem Sommer ein methanolbetriebenes Fahrgastschiff – die MS innogy – über den Baldeneysee fahren. Dazu hat der Rat der Stadt Essen im Dezember 2016 den Ankauf und Umbau der MS Ratzeburg (siehe Foto) beschlossen. Sie soll mit einer Brennstoffzelle ausgerüstet werden, die aus Methanol Strom erzeugt und so einen batteriegepufferten Elektromotor speist.

Zudem werden zwei Elektrofahrzeuge vom Typ Nissan e-NV200 (siehe Foto) in Dänemark mit einer Methanolbrennstoffzelle als Reichweitenverlängerer ausgerüstet. Damit soll ab diesem Sommer nicht nur die Einsatzmöglichkeit im Langstreckenverkehr untersucht werden, sondern darüber hinaus die Kopplung mit einem Haus. Der Clou hierbei ist, dass das Auto so ein Teil der Energieversorgung des Hauses wird. Denn sollte der im Haus durch Photovoltaik und Batteriespeicher bereitgestellte Strom nicht ausreichen, kann einfach das Auto die Versorgung übernehmen.

Mit der Darstellung der gesamten Wertschöpfungskette von Methanol in Essen erhoffen wir uns, nicht nur einen wertvollen Beitrag für die Grüne Hauptstadt 2017 zu leisten, sondern auch eine ganze Menge Know-how zum Aufbau eines vielversprechenden neuen Geschäftsmodells für innogy zu generieren

Jens Kanacher, Leiter des CoC Energy Systems and Storage