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Mit der Cloud heizen

Die innovative Idee, die Abwärme von Servern nicht einfach ungenutzt verpuffen zu lassen, verfolgt das Dresdner Start-up Cloud&Heat, mit dem innogy im Dezember 2016 ein Kooperationsprojekt gestartet hat. Cloud&Heat bietet Cloud-Computing-Dienste an und hat dafür eine eigene Lösung aus wassergekühlten Servern und den dazugehörigen Schränken entwickelt, die nicht nur patentiert ist, sondern in 2016 zum zweiten Mal in Folge mit dem Deutschen Rechenzentrumspreis für „Ganzheitliche Energieeffizienz im Rechenzentrum“ ausgezeichnet wurde.

Das Besondere an diesem technischen Konzept, so der Projektleiter Alexander Wittkowski, ist zum einen, dass die Kühlung mittels Klimaanlagen entfallen kann und die in den Servern entstehende Abwärme über Wärmetauscher in unterschiedlichste Wärmesenken eingespeist wird. Dies reduziert nicht nur die Betriebskosten, sondern auch den CO2-footprint deutlich. „Das Ziel des gemeinschaftlichen Projektes zwischen Cloud&Heat und innogy ist, dieses Gesamtpaket auf Herz und Nieren zu prüfen und in Kooperation mit der innogy TelNet und der VSE NET neue digitale, dezentrale und dekarbonisierte Geschäftsmodelle zu entwickeln“, erklärt Dirk Berkhahn, Leiter des F&E CoC Decentral Energy Solutions. Dazu wird derzeit ein Pilotsystem aufgebaut, bei dem erste Serverkapazitäten bereits an Kunden vermarktet werden sollen. Die dafür erforderliche Serverhardware wird in drei Gebäuden der innogy/Westnetz im Rhein-Hunsrück-Kreis (Simmern, Idar-Oberstein und Bad Kreuznach) installiert, um unterschiedliche Anwendungsfälle zu testen: die Erwärmung von Trinkwasser einer Kantine, die Unterstützung einer Gastherme und die Einspeisung in ein Nahwärmenetz, das u.a. ein Hallenbad versorgt.

Mitinitiator und Geschäftsführer der innogy TelNet, Carsten Lagemann, betont: „Durch den Anschluss der dezentralen Server an unser Glasfasernetz wird das System durch kurze Latenzen und hohe Datenraten zum idealen Baustein für neue innogy-Hghspeed-Produkte und Zukunftskonzepte in der dezentralen Cloud, wie autonomes Fahren oder Industrie 4.0“.

Die Installationen sollen im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen werden, um dann direkt in den Testbetrieb überzugehen.