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Intelligente Kennzeichnung zur Ortung von Rohrleitungen

(getestet in der Tschechischen Republik)

Unterirdische Rohrleitungen bilden einen wichtigen Teil des durch den Gasverteilnetzbetreiber (VNB) betriebenen Gasverteilungsnetzes. Hinsichtlich der Sicherheit und Betriebsfähigkeit ist es eminent wichtig, immer genau zu wissen, wo die Rohrleitungen im Erdreich liegen. Daher unterliegt die Rohrleitungsverlegung und –installation strengen gesetzlichen Regeln.

Obgleich die unterirdischen Rohrleitungen im Bereich von Wegerechten verlegt und gewöhnlich durch Schilder eindeutig markiert sind, werden sie gelegentlich durch Maschinen externer Bauunternehmen beschädigt (sogenannte Einwirkung Dritter). Dies stellt eines der größten Sicherheitsprobleme dar und kann zu Gasleckagen führen, die die Umgebung gefährden. Vor dem Hintergrund der zukünftig strengeren EU-Gesetzgebung streben alle VNB die Entwicklung eines verbesserten Warnsystems an. Daher hat das R&D CoC Gasnetze & Speicherung eine Zusammenarbeit mit dem französischen Energieunternehmen ENGIE und dessen F&E-Zentrum CRIGEN in Paris ins Leben gerufen. Da die französische Gesetzgebung für das Orten von Rohrleitungen bereits viel strenger ist, ist auch die Entwicklung intelligenter Bausteine (Kennzeichnungen) dort bereits weit fortgeschritten.

GasNet, der zu innogy gehörende größte VNB in der Tschechischen Republik, möchte sich die Erfahrung von ENGIE/CRIGEN zu Nutze machen und bereitet zur Zeit einen Piloten für die Installation von 300 intelligenten Kennzeichnungen in Brno vor. Die Kennzeichnungstechnik des französischen Unternehmens ELIOT basiert auf passiven RFID-Tags (Radio Frequency Identification) in einem undurchlässigen Plastikbehälter, der oben auf dem Rohr in einer Tiefe von bis zu 2,50 m angebracht ist. Die Kennzeichnung fungiert praktisch wie ein Etikett und zeigt die notwendigen Kennzeichnungsinformationen und die genaue Position an. Darüber hinaus können in der Kennzeichnung verschiedene weitere Informationen gespeichert werden, so z.B. das Datum der letzten Prüfung, der Rohrleitungswerkstoff oder Bezüge zu weiteren angrenzenden Infrastruktureinrichtungen wie Wasserrohren.

Die unterirdischen Kennzeichnungen werden durch einen sogenannten Positionsgeber (Locator) geortet und identifiziert, der aus einem Terminal und einer Sende-/Empfangsantenne besteht und darüber auch kommuniziert. Der Positionsgeber ermöglicht das Auslesen der Kennzeichnungsinformationen, kann aber auch selbst Informationen aufzeichnen. Da er mit einem Cloud-Server in Verbindung steht, stellt dieses System einen viel versprechenden Weg dar, Daten in Echtzeit zu erfassen, den Betrieb zu optimieren und so die Gasnetze zu digitalisieren.

Zur Zeit wird durch das tschechische Team des R&D CoC Gasnetze und Speicherung im Netz vor Ort in Brno ein Pilot aufgesetzt, der in diesem Frühjahr starten soll. Wir begrüßen die fruchtbare Zusammenarbeit mit ENGIE und freuen uns darauf, die verschiedenen Funktionen und Möglichkeiten der unterirdischen Rohrleitungskennzeichnung kennenzulernen. Während und nach dem Piloten werden wir das Potential für eine umfangreichere betriebliche Nutzung in der Zukunft ausloten“, so Martin Kugler, Projektleiter von GasNet CZ.