### WARENKORB ###

F&E-Rückblick

Innovatives Fehlerortungssystem REZAP seit 10 Jahren erfolgreich in der Anwendung

Auch wenn die deutschen Stromnetze mit einer durchschnittlichen Versorgungsunterbrechung von 12 Minuten pro Stromkunde und Jahr nach wie vor zu den zuverlässigsten in Europa gehören: Netzfehler lassen sich nicht vollständig vermeiden und sind für Kunden und Netzbetreiber gleichermaßen ärgerlich.

Noch in der Mitte der 2000er Jahre war es bei nicht direkt lokalisierbaren Fehlern, wie z.B. Korrosionsfehlern, Überlastungsfehlern oder auch bei Schäden durch Ratten oder Baumwurzeln gängige Praxis bei der Fehlerortung, dass zahlreiche Kunden vom betroffenen Netz durch Entfernen der Sicherungen am Hausanschluss getrennt werden mussten. Dies war erforderlich, um hohe Prüfspannungen anwenden zu können, ohne dabei Schäden an den elektrischen Einrichtungen der Kunden hervorzurufen. Nicht immer jedoch konnten alle Bewohner zuhause angetroffen werden, was dazu führte, dass das Zuleitungskabel außerhalb des Hauses durch Erdarbeiten freigelegt und dann mechanisch getrennt werden musste. Anschließend konnte dann die genaue, manuelle Ortung des Fehlers erfolgen. Alles in allem ein hoher zeitlicher Aufwand zur Fehlerortung und -behebung, der nicht nur unsere Kunden beeinträchtigt, sondern auch hohe Kosten verursacht hat.

Im Jahr 2007 hörten die F&E-Kollegen im Netzbereich von einem innovativen Fehlerortungsgerät aus Irland, das eine deutliche Reduktion des Aufwands versprach und setzen kurzerhand ein F&E-Projekt dazu auf. Das koffergroße Gerät REZAP Faultmaster (kurz REZAP FM) besteht aus einer fernsteuer- und auslesbaren smarten Sicherung mit integrierter Strom- und Spannungsmessung, aus einer Mobilfunk-Kommunikationsschnittstelle und einem externen Webserver. Um dieses Produkt auf Herz und Nieren zu testen, wurden nicht nur Versuchsstrecken in einem Labor in Dortmund und einer Neubausiedlung aufgebaut, sondern auch das Gerät auf die deutschen Verhältnisse im Netz adaptiert. Dazu gehörte unter anderem die Anpassung der Gerätegröße an die hiesigen Ortsnetzstationen, die Ausweitung vom einphasigen auf ein dreiphasiges Einsatzgebiet sowie die Kopplung mit Smartphones.

In den anschließenden Tests konnte dann der hohe Nutzwert des REZAP FM verifiziert werden: Zum einen erlaubt die fernsteuer- und auslesbare Sicherung die Meldung von Sicherungsauslösungen an den Server sowie automatische Schalthandlungen, insbesondere bei intermittierenden Fehlern. Dies reduziert die Zahl und vor allem Dauer von Stromausfällen beim Kunden, genauso wie die Zahl der Einsätze der Fehlerortungsteams. Zum anderen kann ein Server auf die Daten zugreifen und mit Hilfe eines Algorithmus die Distanz zum Kabelfehler berechnen und diese direkt an das REZAP FM oder an das Smartphone zurückmelden, sodass der Aufwand zur Fehlersuche deutlich reduziert wird.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des F&E-Projektes wurde der REZAP FM in der weiterentwickelten Form konzernweit ausgerollt und ist mittlerweile etablierter Bestandteil der Fehlersuche. Neben den deutlich verkürzten Versorgungsunterbrechungen bei den Kunden konnten seit 2007 interne Kosten in Höhe von etwa 600.000 € eingespart werden. Mittlerweile bieten wir den Einsatz des Systems auch dienstleistend für andere Netzbetreiber an.

Das klare Fazit lautet: Insgesamt zufriedenere Kunden und merkliche Einsparungen im Betrieb!